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Freitag, 1. Mai 2009

Ubuntu 9.04 ist da!

Die neueste Version von Ubuntu hat das Beta-Stadium hinter sich gelassen und ist nun als offizielle Version 9.04 verfügbar. Warum aber ist das eine Meldung wert in einem Blog, der sich speziell um Linpus Linux auf dem Aspire One kümmert?

Wie bereits beschrieben, ist das von Acer angepasste Linpus veraltet und es wird immer schwieriger, aktuelle Software auf diesem System zu installieren. Andererseits wird der Linux-Systemkern ständig auf neue Hardware angepasst. Ubuntu ist nicht nur die beliebteste Linux-Distribution, sondern auch eine der ersten Distributionen, die einen aktuellen Kernel verwenden, der die meisten Netbook-Komponenten abdeckt. Das heisst, Ubuntu 9.04 ist ohne weitere Anpassungen sofort auf einem Aspire One lauffähig. Ausserdem ist es ein sehr benutzerfreundliches Linux. Es kann daher jedem Linpus-Benutzer als Alternative empfohlen werden.

Ubuntu startet schnell, auch wenn es nicht ganz die spektakulären Ladezeiten von Linpus Linux erreicht. Programme arbeiten unter Ubuntu flott auf der mageren Hardwareausstattung eines Netbooks, einige Programme sogar besser als unter Linpus. Der wichtigste Aspekt ist aber, dass für Ubuntu praktisch alle Linux-Programme in einer aktuellen Version vorliegen und problemlos über die Software-Aktualisation installiert werden können.

Für den Aspire One bieten sich drei Varianten von Ubuntu an:
  • Die Desktop-Version ist die bekannteste Variante von Ubuntu und für den Gebrauch auf dem Netbook uneingeschränkt zu empfehlen.
  • Falls Ihnen das Aussehen und die Bedienung von KDE-Programmen (Amarok, Koqueror, digiKam) besonders zusagt, greifen Sie zu Kubuntu, das ist eine Ubuntu-Desktopversion mit KDE-Benutzeroberfläche.
  • Speziell an Netbook-Besitzer richtet sich der Ubuntu Netbook Remix. Der Desktop wird durch einen Launcher ersetzt, der sich an Benutzerbedürfnisse anpassen lässt.
Alle Varianten können von der Ubuntu-Website herunter geladen und als Live-Medium auf einen USB-Stick vorbereitet werden. Mit dem Live-Medium können Sie das System erst begutachten, bevor Sie es auf Ihrem Aspire One installieren.

Zwei kleine Einschränkungen gibt es derzeit (noch) auf dem Aspire One unter Ubuntu. Zum einen funktioniert nur der linke Kartenschacht; um den rechten Kartenschacht ansprechen zu können, muss sich darin bereits beim Systemstart ein Medium befinden. Zum anderen funktioniert Wireless zwar prächtig unter Ubuntu, aber die LED am Aspire One leuchtet nicht. Beides sind Einschränkungen, die für die meisten Benutzer nicht weiter ins Gewicht fallen und für die es vermutlich in Kürze Abhilfe geben wird.

Ab sofort gibt es in diesem Blog eine kleine Ubuntu-Ecke. Artikel, die nur auf Ubuntu zutreffen, werden entsprechend mit dem Ubuntu-Logo (wie am Anfang dieses Artikels) gekennzeichnet. Beiträge, die sich sowohl auf Acer's Linpus Linux als auch auf Ubuntu anwenden lassen, werden am Beginn des Textes mit dem Logo gekennzeichnet, das Sie hier sehen.

Als Standard bezieht sich jedoch auch weiterhin jeder Artikel, sofern nicht markiert, auf Linpus Linux.

Sonntag, 19. April 2009

Linpus ist tot, es lebe...?

Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass ein Linux-System etwa ein mal pro Jahr um eine volle Versionsnummer aktualisiert wird. Die jeweilige Vorgängerversion wird dann zumeist für ein weiteres Jahr gepflegt und mit Systemaktualisierungen versorgt, während die nächste Generation oft schon im Beta-Stadium vorliegt.

Der von Acer auf dem Aspire One angepassten Version von Linpus Linux liegt die Linux-Distribution Fedora in der Version 8 zugrunde. Zur Zeit ist aber bereits die Version 10 aktuell und die Version 11 ist schon als Beta verfügbar. Die Unterstützung für die Version 8 wurde offiziell beendet. Das heisst, es kommen von Fedora keine Systemaktualisierungen mehr für die Version 8 und Softwareprogrammierer passen neue Updates ihrer Programme ebenfalls nicht mehr zwingend an diese Systemversion an. Daher kann es passieren, dass ein Programm, das aus einem Repository für Fedora 8 installiert wird, nur in einer älteren Version auf den Aspire One gelangt.

Sofern Acer überhaupt noch an Linpus Linux arbeitet und nicht bereits von den Paten aus Redmond davon abgebracht wurde, fragen wir uns, wann die aktualisierte Version von Linpus Linux den Weg auf den Aspire One finden wird. Denn Linpus selbst liegt längst in einer neueren Version vor, jedoch ohne die Anpassungen, die benötigt werden, um alle Hardwarekomponenten des Aspire One korrekt anzusprechen.

Genau dieses Problem hat auch der User, der Linpus Linux den Rücken kehren und eine alternative Linux-Distribution installieren möchte. Es werden nicht alle Hardware-Komponenten unterstützt. Das liegt vor allem daran, dass die verwendeten Kernel älter sind und diese Hardware noch nicht kennen. Es gibt daher Distributionen mit angepasstem Kernel, die speziell auf den Aspire One zugeschnitten sind, wie Linux4one oder Kuki Linux.

Aber der Linux-Kernel wird ständig aktualisiert und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis die betroffenen Komponenten des Aspire One standardmässig erkannt und angesprochen werden. Genau diese Zeit scheint jetzt gekommen. Die ersten Distributionen sind verfügbar, die versprechen, den Aspire One vollumfänglich zu unterstützen. Dazu gehören z.B. Ubuntu und Mandriva.

Als Linux-User haben Sie nun auch auf dem Aspire One die Wahl. Reicht Ihnen Linpus Linux in seiner jetzigen Version, möchten Sie auf ein Versions-Update von Acer warten, greifen Sie zu einer speziell angepassten Linux-Variante oder installieren Sie eine der grossen Standard-Distributionen?

Sonntag, 5. April 2009

Kuki Linux

Neben Linux4one ist Kuki Linux eine weitere, speziell auf den Aspire One angepasste Alternative zu Linpus Linux. Kuki Linux geht jetzt schon in die dritte Version, allerdings ist erst diese Version zu empfehlen.

Wer unter Linpus Linux das Desktop-Menü nutzt oder sogar mittels Desktop Switcher schon einmal auf den Standard-Desktop umgeschalten hat, der wird sich in Kuki Linux sofort zurecht finden. Die für leistungsschwache Systeme optimierte XFCE-Benutzeroberfläche wird auch von Kuki Linux eingesetzt und sorgt dafür, dass der Umstieg für Linpus-User leicht fällt.


Im Gegensatz zu Linpus oder Linux4one präsentiert Kuki Linux eine gängige Desktop-Umgebung ohne speziellen Launcher. Die Schriften auf Desktop und in den Menüs sind etwas gross geraten, können aber unkompliziert angepasst werden. Als Unterbau verwendet Kuki Linux das Ubuntu-Betriebssystem und nicht wie Linpus den Fedora-Core. Das hat zur Folge, dass die Routinen zur Installation neuer Programme auf die aktuellen Ubuntu-Quellen zugreifen und damit eine sehr grosse Auswahl bieten.

Allerdings verwendet Kuki Linux bereits die neueste Version 9.04 von Ubuntu, die sich zur Zeit noch im Beta-Stadium befindet. So ist auch Kuki Linux in der Version 3 derzeit noch als Beta-Version deklariert. Das heisst, es können sich noch Baustellen im System befinden und bis zur endgültigen Version können sich noch Änderungen ergeben.

Da die endgültige Fassung von Ubuntu 9.04 aber bereits für Ende diesen Monats angekündigt ist, dürften sich nicht mehr allzu viele Änderungen ergeben. Auch die endgültige Fassung von Kuki Linux dürfte dann nicht mehr lange auf sich warten lassen. Einen Blick ist es jetzt schon wert.

Sonntag, 22. März 2009

Linux4one

Als Alternative zu Linpus Linux wurde im Blog bereits Ubuntu erwähnt. Speziell für die Bedürfnisse von Netbooks gibt es den Netbook Remix von Ubuntu, der jedoch nicht als fertige Lösung, sondern als Basis für Entwickler zur Verfügung steht. Auf dieser Basis wurde Linux4one entwickelt, ein an den Aspire One angepasster Netbook Remix von Ubuntu.


Typisch für den Netbook Remix ist der dunkle Startbildschirm mit einem Programm-Menü auf der linken und einem Ordner-Menü auf der rechten Seite. Das entspricht im Wesentlichen dem Ubuntu-Menü, welches in der Standardversion in der oberen Leiste zu finden ist.

Programmfenster öffnen sich in Linux4one grundsätzlich im Vollbildmodus, was bei dem kleinen Bildschirm Sinn macht. Dabei wird der Fensterbalken mit den Buttons eingespart, was einen zusätzlichen Platzgewinn bringt. Da es am oberen Bildschirmrand eine Leiste gibt, in der die geöffneten Fenster wie Reiter eingetragen werden, lassen sich die Funktionen der fehlenden Fensterbuttons mit einem Rechtsklick auf den entsprechenden Leistentitel erreichen. Dort kann man auch das Fenster verkleinern (wiederherstellen), denn nicht jedes Fenster muss unbedingt die gesamte Bildschirmfläche ausfüllen.

Die aktuelle Versionsnummer von Linux4one ist 1.1; es ist also die erste Fehlerbereinigung nach der Erstveröffentlichung. Bei einer so frühen Version bleibt immer Raum für Verbesserungen. Aber es handelt sich um eine voll funktionsfähige Version. Der angepasste Kernel sorgt für flotte Ladezeiten des Systems und einwandfreies Funktionieren der Hardware des Aspire One. Lediglich vereinzelte Systemeinstellungen von Ubuntu funktionieren (noch) nicht wie gedacht.

Der grosse Vorteil von Linux4one ist, dass es sich ganz auf Ubuntu abstützt. Sämtliche Programme und Systembestandteile für Ubuntu funktionieren auch auf Linux4one. Damit steht ein riesiger Softwarepool mit entsprechenden Installationstools zur Verfügung. Eine grosse, internationale Entwicklergemeinde sorgt für Software- und Systemaktualisierungen in einem Rythmus, von dem man bei Acer nur träumen kann.

Apropos internationale Entwickler: Linux4one wird in Italien entwickelt, Website und Forum des Projekts sind daher in italienischer und englischer Sprache geführt. Ausserdem gibt es eine Website mit Forum aus Frankreich. Das System selbst lässt sich aber selbstverständlich in Deutsch installieren.

Montag, 9. März 2009

Dual-Boot Reihenfolge

Falls Sie dem vorherigen Blogeintrag entsprechend zwei Systeme auf dem Aspire One installiert haben, stört es Sie vielleicht, dass Ubuntu als Standard geladen wird und nicht Linpus Linux.

Das kann ohne grossen Aufwand geändert werden. Starten Sie dazu den AA1 unter Ubuntu. Das Startmenü ist dort in einer Textdatei beschrieben. Bevor Sie diese ändern, legen Sie sich eine Sicherheitskopie an:

sudo cp /boot/grub/menu.lst /boot/grub/lst.menu.0

Dann öffnen Sie die Datei:

sudo gedit /boot/grub/menu.lst

Am Ende der Datei finden Sie den automatisch generierten Eintrag zu Linpus Linux. Kopieren oder verschieben Sie die vier Zeilen title, root, kernel und initrd vor den ersten Booteintrag von Ubuntu (Zeile 125). Falls Sie den Text komplett verschoben haben, können Sie die übrig gebliebenen Kommentarzeilen von This is a divider ... bis This entry automatically ... löschen. Achten Sie aber darauf, die letzten beiden Zeilen savedefault und boot stehen zu lassen.

Übrigens, die mit title beginnende Zeile können Sie nach Belieben ändern, um z.B. den Hinweis auf die Partition aus dem Titel für Linpus zu tilgen.

Falls Ihnen die Wartezeit bis zum automatischen Auslösen des ersten Eintrags zu lange ist, können Sie diese in der Zeile 19 (timeout) verändern, etwa von 10 auf 5 (Sekunden).

Sichern Sie die Datei und starten Sie den Aspire One neu, um die veränderte Startauswahl zu sehen.

Sonntag, 8. März 2009

Dual-Boot einrichten

Ein gewagtes Experiment: Neben Linpus Linux soll ein weiteres Linux-System auf dem Aspire One A110L installiert werden. Kann ein zweites, startfähiges System auf seiner nur 8 GB grossen SSD Platz finden?

Es soll dabei nicht irgend ein System neben Linpus installiert werden, sondern eine vollständige Distribution von Ubuntu 8.10; Ubuntu ist derzeit die modernste Linux-Distribution.

Zunächst sollten Sie den aktuellen Inhalt der SSD vollständig sichern und dieses Backup aufbewahren, damit Sie im Zweifelsfall bequem zu dieser Installation zurück kehren können.

Jetzt gilt es, Platz auf der SSD zu schaffen. Sie benötigen dazu eine SD-Karte als Storage Expansion. Stellen Sie sicher, dass sich sämtliche User-Daten auf der Erweiterungskarte befinden, z.B. indem Sie die Karte kurzfristig in den Kartenleser auf der rechten Seite des Aspire One einlegen und die verbliebenen Daten manuell kopieren. Zwei Ordner sollten Sie aber an ihrem Ort belassen: Dokumente/AspireOne und Bilder/Photoframe. Ansonsten funktionieren Hilfe-Button und Bildschirmschoner nicht mehr korrekt. Zum Schluss leeren Sie den Papierkorb und führen eine Säuberung der SSD durch.

Langsam wird es ernst. Erstellen Sie einen startfähigen USB-Stick mit Ubuntu 8.10 wie im Beitrag Live-CD auf USB-Stick beschrieben und starten Sie den Aspire One von diesem Medium.

In der Live-Session von Ubuntu steht Ihnen der Partition Editor Gparted zur Verfügung. Mit seiner Hilfe soll nun die SSD so vorbereitet werden, dass zwei Systeme darauf Platz finden. Zunächst sehen Sie zwei bestehende Partitionen; die eine mit Linpus Linux und eine weitere, Swap genannte Partition. Der belegte Speicherplatz ist farbig hervorgehoben. Wenn Sie alle Benutzerdaten auf die SD-Karte verbannt und die hier im Blog vorgeschlagenen Installationen vorgenommen haben, werden auf Ihrer Linpus-Partition rund 3.4 GB belegt sein. Viel mehr darf es nicht sein, sonst können Sie die folgenden Schritte nicht ausführen.

In Gparted werden alle Änderungen zunächst in eine Aufgabenliste übertragen. Um die Änderungen anzuwenden, klicken Sie zum Schluss mit der rechten Maustaste in diese Liste und lassen alle Operationen ausführen.

Zunächst löschen Sie die Swap Partition. Dann verkleinern Sie die Linpus-Partition auf 4 GB. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste in die grafische Darstellung der Partition und wählen Sie den Menüpunkt Größe ändern. Erstellen Sie anschliessend eine neue Partition von 3 GB unter dem Dateisystem ext2. Zum Schluss erzeugen Sie wieder eine Swap Partition mit dem verbliebenen Platz. Kontrollieren Sie alle Einstellungen, bevor Sie die Operationen ausführen lassen.


Das Verkleinern der bestehenden Partition nimmt rund 20 Minuten in Anspruch. Anschliessend können Sie Ubuntu vom Live-Medium aus installieren. Achten Sie darauf, nicht die automatische Festplatteninstallation durchzuführen, sondern eine manuelle. Dort wählen Sie dann die neugeschaffene Partition sda2 und geben als Einhängepunkt die Hauptebene / an.

Ist alles gut gegangen, so wird Ihr Aspire One bei einem Neustart ein Menü zeigen, in dem Sie zwischen Ubuntu und Linpus Linux als zu ladendes System auswählen können. Nach 10 Sekunden wird automatisch Ubuntu gestartet, falls Sie keine Wahl getroffen haben.


Wie Sie an der neuen Festplattenaufteilung sehen können, bleibt sowohl für Ubuntu als auch für Linpus Linux nicht mehr viel Platz für die Installation neuer Programme. Jeweils rund ein halbes GB gibt gerade ausreichend Raum für die Zwischenlagerung wichtiger Dateien bei einem Systemupdate. Trotzdem funktionieren beide Systeme uneingeschränkt, weshalb das Experiment als gelungen bezeichnet werden darf.

Ihr Ubuntu-System sollten Sie noch optimieren, z.B. mit einem angepassten Kernel, der Lüfterkontrolle und weiteren Tipps aus diesem Blog, die sich auch unter Ubuntu anwenden lassen.

Dienstag, 10. Februar 2009

Angepasste Kernels verwenden

Wenn Sie eine andere Linux-Distribution auf dem Aspire One aufspielen, werden Sie feststellen, dass ganz grundlegende Dinge wie Wifi oder Ton nicht mehr funktionieren, da der offizielle Kernel installiert wurde. Speziell angepasste Kernels aus der Internet-Gemeinde lösen das Problem.

Wenn Sie z.B. Ubuntu installieren möchten, eine sehr verbreitete und ausgereifte Linux-Distribution, dann stehen dafür gleich mehrere angepasste Kernels für den Aspire One zur Verfügung:
Beachten Sie, dass die letzten beiden innerhalb eines Forums-Threads vorgestellt wurden. Am Besten, sie durchsuchen die Threads vom Schluss an rückwärts nach der jeweils aktuellsten Version.

Die Installation des neuen Kernels ist recht einfach. Laden Sie die angegebene Datei vom Internet herunter und installieren Sie sie per Doppelklick in der bereits aufgespielten, neuen Ubuntu-Umgebung. Anschliessend starten Sie das System neu.

Machen Sie sich aber auf jeden Fall vorher komplette Updates Ihrer aktuellen Systeme, so dass Sie sowohl zur Vorversion des Kernels unter Ubuntu als auch wieder zu Linpus Linux zurückkehren können, wenn Sie feststellen, dass der neue Kernel immer noch nicht alle Komponenten des Aspire One unterstützt.

Sie können auch verschiedene Kernel vorhalten und unter diesen auswählen, wenn Sie beim Systemstart (nachdem der Bootbildschirm von Acer verschwunden ist) die Taste Esc drücken.

Übrigens bringt es wenig, einen solchen angepassten Kernel unter Linpus Linux zu installieren.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Live-CD auf USB-Stick

Um eine Live-CD eines anderen Linux-Systems ohne angeschlossenes CD-Laufwerk benutzen zu können, bedarf es lediglich eines USB-Speichersticks und einer Software zur Installation. Die nennt sich Unetbootin und kann sogar selbst die benötigte Live-CD aus dem Internet herunterladen.

Laden Sie zunächst Unetbootin mit einem Klick auf den grossen blauen Button oben rechts auf der Webseite. Machen Sie anschliessend die heruntergeladene Datei als Programm ausführbar. Starten Sie das Programm aber noch nicht, sondern wechseln Sie als Root ins Terminal.

Im Terminal müssen zunächst noch einige Komponenten für Unetbootin geladen werden:

yum install mtools p7zip p7zip-plugins

Anschliessend starten Sie das Programm vom Terminal aus, da es mit Rootrechten aufgerufen werden muss:

sudo '/home/user/Downloads/unetbootin-linux-304'

Achten Sie darauf, den Dateinamen entsprechend der von Ihnen geladenen Datei anzupassen. Wenn Sie noch als Root im Terminal sind, brauchen Sie den Befehl sudo nicht einzugeben.


Im Programmfenster von Unetbootin wählen Sie oben eine Linux-Distribution und deren Versionsnummer aus. Die benötigten Dateien werden dann vom Internet herunter geladen. Haben Sie bereits ein Image einer Live-CD auf der Festplatte, wählen Sie dieses unter dem Punkt Diskimage aus. Vergewissern Sie sich, dass das richtige Speichermedium zur Installation ausgewählt wurde. Haben Sie nur einen USB-Stick am Aspire One angeschlossen, ist sdb1 die richtige Laufwerksbezeichnung.

Starten Sie die Installation. Anschliessend können Sie den Aspire One neu starten. Halten Sie die Taste F12 gedrückt, bis das Bootmenü erscheint und wählen Sie dort den USB-Stick als Startlaufwerk. Jetzt wird das alternative System statt dem Linpus Linux geladen.

Fremdgehen mit Linux

Der Aspire One kann nicht nur mit dem von Acer angepassten Linpus Linux betrieben werden. Im Prinzip kann jede Linux-Distribution aufgespielt werden. Ob Suse, Ubuntu oder sogar OpenSolaris – alles ist möglich.

Zum Ausprobieren eines anderen Linux-Systems muss nicht gleich die Festplatte überschrieben werden. Fast alle Distributionen liegen als Live-CD vor, von der aus der Computer unter dem neuen System gestartet werden kann. Das geht zwar recht langsam und man kann keine Daten abspeichern, aber für einen ersten Eindruck genügt es vollkommen.

Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass alle Komponenten des Aspire One auf jedem System funktionieren. Bildschirmauflösung, Webcam, Tonausgabe, WLAN; all das muss unter Umständen auf einem Fremdsystem erst angepasst werden.

Für Ubuntu gibt es eine ausführliche Anleitung zur Installation und Anpassung an einen A110L. Ausserdem gibt es von Ubuntu ein sogenanntes Netbook Remix, eine speziell an die Bedürfnisse kleiner Bildschirme angepasste Version.