Posts mit dem Label Netzwerk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Netzwerk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 29. Januar 2009

Netzeinbindungen automatisieren

Natürlich ist es mühsam, ein Netzwerk jedes Mal manuell über das Terminal mounten und unmounten zu müssen. Linux bietet die Möglichkeit, diese Einbindungen in der Filesystem-Tabelle fstab zu automatisieren.

Leider erweist sich, dass es zu lange dauert, bis das Wireless-Netzwerk auf dem Aspire One zur Verfügung steht. Zwar gibt es für fstab einen Befehl, auf die Bereitstellung des Netzwerkes zu warten, aber der ist wohl eher für kabelgebundene Netzwerke ausgelegt. Auf einem konsequent auf Mobilität ausgelegtem System wie dem Aspire One dürfte ein kabelgebundenes Netzwerk eher selten zum Einsatz kommen.

Daher bleibt nur, für das Einbinden von Netzlaufwerken ein entsprechendes Shell-Skript zu verfassen. Möchten Sie mehrere Netzlaufwerke gleichzeitig einbinden, so können Sie die entsprechenden Befehlszeilen nacheinander in das gleiche Skript schreiben. Damit ist auch die Einbindung komplexer Netzwerktopographien mit einem Doppelklick möglich.

Das Skript legen Sie in den Ordner, in dem sich auch der Ordner befindet, in dem das Netzlaufwerk abgebildet werden soll. Das Skript zum Einbinden eines Netzlaufwerkes könnte dann so aussehen:

#! /bin/sh
sudo mount -t cifs -o username=NMT,password=1234 //10.0.1.13/share Netzwerk
play /usr/share/sounds/boing.wav

Ein zweites Skript zum Aufheben der Einbindung sähe dann so aus:

#! /bin/sh
sudo umount.cifs Netzwerk
play /usr/share/sounds/boing.wav

Details zu dem Skript-Beispiel entnehmen Sie bitte dem Beitrag Shell-Skripte erstellen.

Netzlaufwerke einbinden

Der Dateimanager in Linpus Linux heisst Thunar. Und er tut genau das, was seine Bezeichnung aussagt: Dateien managen. Andere Dateimanager beherrschen aber auch die Fähigkeiten eines Netzwerkmanagers und zeigen verfügbare Laufwerke im Netzwerk an. Thunar kann das nicht und wird es laut den Entwicklern wohl auch nie können.

Natürlich gibt es auch unter Linpus Linux einen Weg, Netzlaufwerke einzubinden. Sind diese erst einmal eingebunden, werden deren Dateien auch im Dateimanager sicht- und bearbeitbar.

Das Einbinden von Netzlaufwerken nennt sich in Englisch mount und genau so heisst auch der Befehl im Terminal, mit dem das bewerkstelligt wird. Der gemeinsame Nenner ist hierbei das Samba-Protokoll (smb). Es kommt ursprünglich von Windows und wird auch von Linux und Mac OS beherrscht.

Folgende Dinge müssen Sie über ein Netzlaufwerk wissen, damit Sie es mounten können:
  • die IP-Adresse des Servers
  • den Verzeichnisnamen auf dem Server
  • den Benutzernamen und das
  • Passwort für den entfernten Zugriff
Im folgenden Beispiel soll auf einen Medienplayer zugegriffen werden, um einen Film auf dem Aspire One abzuspielen. Das Gerät hat im Hausnetz die Kennung 10.0.1.13 und stellt seine Daten im Verzeichnis /share/ zur Verfügung. Um in dieses Verzeichnis zu kommen, loggt man sich mit dem Benutzernamen NMT und dem Passwort 1234 ein.

Egal, ob Sie ebenfalls einen Medienplayer oder das Laufwerk eines PCs einbinden wollen, diese Angaben müssen Sie natürlich auf die Gegebenheiten bei Ihnen vor Ort anpassen.

Zunächst wird ein Zielordner geschaffen, in dem Thunar das entfernte Dateisystem abbilden kann. Dieser Schritt wirkt auf User, die bereits mit Windows und Mac OS gearbeitet haben, etwas befremdlich.

Dazu öffnen Sie den Dateimanager und klicken auf Eigene Disk. Sie befinden sich jetzt im Wurzelverzeichnis Ihres Benutzerbereichs. Hier können Sie einen neuen Ordner, z.B. mit Namen Netzwerk, definieren: Datei > Neuen Ordner erstellen ...

Öffnen Sie den neuen Ordner nicht, sondern klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich im Fenster des Dateimanagers und wählen Sie den Eintrag Open Terminal Here aus.

Geben Sie im Terminal sinngemäss folgende Zeilke ein:

sudo mount -t cifs -o username=NMT,password=1234 //10.0.1.13/share Netzwerk

Der ganze o.g. Befehl besteht aus einer Zeile. Die Angaben müssen Sie so anpassen, dass Sie mit Ihrem Netzwerk übereinstimmen. Sie können auch den Ort und den Namen des Zielordners beliebig ändern.

Wenn die Eingabeaufforderung wieder im Terminal erscheint, können Sie das Fenster schliessen und in den Dateimanager wechseln. Öffnen Sie dort den Ordner Netzwerk und Sie werden alle Dateien wiederfinden, die sich im freigegebenen Netzwerkordner befinden. Achten Sie auf die Angabe des freien Speicherplatzes ganz unten im Fenster von Thunar: Diese Angabe bezieht sich jetzt auf das Netzlaufwerk und nicht mehr auf die interne SSD des Aspire One.

Die Einbindung des Netzlaufwerks wird bei einem Neustart aufgehoben. Um das externe Dateisystem erneut einzubinden, müssen Sie wieder zum Zielverzeichnis wechseln und den Terminalbefehl eingeben. Um die Einbindung manuell aufzuheben, öffnen Sie das Terminal an der gleichen Stelle und geben folgenden Befehl ein:

sudo umount.cifs Netzwerk