Dienstag, 5. Mai 2009

Partitionen mounten

Unter Linpus Linux auf dem Aspire One sehen Sie im Dateimanager normalerweise Ihren eigenen Benutzerordner. Dieser ist im Pfad /home/user/ abgelegt. Falls Sie in der Adresszeile des Dateimanagers nur das Zeichen / eingeben, sehen Sie das Hauptverzeichnis der Festplatte. Zugriff haben Sie allerdings auf die meisten darin enthaltenen Ordner nur als Root.

Wenn Sie eine externe Harddisk, eine SD-Karte oder einen USB-Stick verwenden, so wird deren Inhalt automatisch im Dateimanager angezeigt. Dieser Vorgang nennt sich mounten (Einhängen). Was aber, wenn Sie Ihre Festplatte oder Ihre SSD partitioniert haben, z.B. für ein Dual-Boot-System? Dann wäre es hilfreich, auf die andere Partition oder gar eine gemeinsame Datenpartition zugreifen zu können.

Während andere Systeme wie Ubuntu diese Partitionen anzeigen und per Doppelklick mounten, schweigt sich Linpus Linux über die Existenz dieser zusätzlichen Partitionen aus. Sie können sie aber manuell via Terminal mounten. Dazu benötigen Sie die Gerätenummer der Partition, die z.B. in GParted angezeigt wird, etwa sda4. Ausserdem benötigen Sie einen Zielordner, über den Sie auf die andere Partition zugreifen können. Standardmässig werden diese unter Linux in den Verzeichnissen /mnt/ oder /media/ abgelegt.

Sehen Sie nach, ob sich im Verzeichnis /mnt/ bereits ein Ordner mit der Bezeichnung sda4 befindet. Falls nicht, legen Sie diesen im Terminal als Root mit dem Befehl mkdir an. Sie können auch einen anderen, aussagekräftigeren Namen verwenden, verzichten Sie aber auf Leerstellen, Satzzeichen und Umlaute in diesem Namen.

Das Mounten geschieht dann im Terminal wie folgt:

mount /dev/sda4 /mnt/sda4

Der erste Pfad bestimmt das Gerät (device), der zweite Pfad das Zielverzeichnis, auch Mountpoint genannt. Geben Sie darauf hin in der Adresszeile des Dateimanagers /mnt/sda4 ein, so können Sie auf die Inhalte der Partition zugreifen.

Da die Partition aber nicht wie ein externes Laufwerk in der Seitenleiste des Dateimanagers angezeigt wird, müssen Sie zum Aushängen (Abmelden) der Partition wieder das Terminal bemühen:

umount /mnt/sda4

Durch einen Neustart wird die Partition selbstständig ausgehängt, sie muss dann bei Bedarf wieder wie oben beschrieben eingehängt werden. Wie man die Partition automatisch bei jedem Systemstart mountet, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

Montag, 4. Mai 2009

Lüftersteuerung runderneuert

[Ubuntu] Der leise, aber ständig surrende Lüfter des Aspire One ist wirklich nervend. In diesem Blog wurde bereits eine Lösung zur optimierten Lüftersteuerung vorgestellt. Diese hat, inklusive der Fehlerbehebung für Bios 0.3309, auch weiterhin für Linpus Linux Bestand. Für Ubuntu 9.04 empfiehlt sich jedoch eine neuere Lösung, die im Folgenden vorgestellt wird.

Bei der neuen Lösung namens acerhdf handelt es sich nicht mehr um ein eigenständiges Skript, sondern um ein Kernelmodul. Daher kommen Sie nicht darum herum, für die Installation der Lüftersteuerung einen Quelltext zu kompilieren. Eine genaue Beschreibung zum Kompilieren eines Quelltextes erhielten Sie im vorherigen Beitrag. Falls Sie es nicht schon getan haben, lesen Sie sich bitte diesen Beitrag durch.

Öffnen Sie das Terminal und geben Sie nacheinander folgende Befehlszeilen ein:

wget http://piie.net/files/acerhdf_kmod-0.4.0.tar.gz

tar zxvf acerhdf_kmod-0.4.0.tar.gz

cd acerhdf_kmod

make

sudo make install

Damit ist das Modul erzeugt. Sie müssen es nur noch in eine Konfigurationsdatei eintragen, damit es beim Systemstart ausgeführt wird:

sudo gedit /etc/modules

Erzeugen Sie am Ende der Datei eine neue Zeile und schreiben Sie dort acerhdf hinein. Das war es auch schon. Sichern Sie die Datei und führen Sie einen Neustart des Aspire One durch, damit die neue Lüfterkontrolle aktiviert wird.

Sonntag, 3. Mai 2009

Quelltext kompilieren

Linux-Gegner führen häufig das Kompilieren von Quelltext (Source Code) als Beispiel ins Feld, wie kompliziert und Benutzer-unfreundlich Linux doch sei. Dabei ist die Chance gross, dass Sie als Linux-User nie in die Verlegenheit kommen, erst einen Quelltext kompilieren zu müssen, bevor Sie ein Programm verwenden können.

Aber falls es doch einmal notwendig werden sollte, erhalten Sie hier eine Anleitung. Sie werden sehen, es ist überhaupt nicht kompliziert und man muss auch nicht über besondere Hackerqualitäten verfügen, um einen Quellcode kompilieren zu können. Das macht nämlich das System für Sie. Alles was Sie tun müssen, ist ein Archiv zu entpacken und den Befehl zum Kompilieren zu geben.

Aber weshalb geben einige Programmierer Software in dieser, anscheinend unfertigen Form, ab? Jede Linux-Distribution hat ihre Eigenheiten, allen gemeinsam ist aber der Linux-Betriebssystemkern. Statt für jede Distribution und Versionsnummer ein eigenes Installationspaket (rpm, deb usw.) zu generieren, überlässt es der Entwickler Ihrem System, den Quelltext entsprechend zu interpretieren und ein lauffähigen Programm zu generieren. Sie geben lediglich das Startkommando dazu.

Quelltext wird in einer Datei mit dem Suffix .tar geliefert, die wiederum für den Transport im Internet im Format .gz oder .bz2 gepackt wird. Sie haben also nach dem Download eine Archiv-Datei vorliegen, die nach dem Schema programmname.tar.gz oder programmname.tar.bz2 benannt ist.

Öffnen Sie das Terminal, eignen Sie sich Rootrechte an und verzweigen Sie in den Ordner, in dem sich die o.g. Datei befindet. Sie kann zur weiteren Bearbeitung dort belassen werden. Überall, wo in den folgenden Befehlszeilen der Begriff programmname auftaucht, müssen Sie diesen Platzhalter natürlich mit der richtigen Bezeichnung Ihres Downloads ersetzen.

Zunächst muss das Archiv entpackt werden. Je nach Dateiformat variiert der Befehl dazu geringfügig:

tar xvzf programmname.tar.gz
oder
tar xvjf programmname.tar.bz2

Darauf hin wird ein neues Unterverzeichnis programmname erzeugt, in das Sie jetzt verzweigen:

cd programmname

Normalerweise befindet sich in diesem Verzeichnis ein Skript namens configure, mit dem eine Datei Makefile für Ihr System erzeugt wird. Dieses wird benötigt, um das Programm auf Ihr System anzupassen. Mit dem folgenden Befehl wird das Skript ausgelöst:

./configure

Dabei werden u.U. Meldungen auf dem Bildschirm ausgegeben, die Sie übergehen können - es sei denn, das Skript würde wegen eines Fehlers abgebrochen. Sollte sich im entpackten Archiv kein Skript configure befinden, überspringen Sie diesen Schritt einfach.

Nun geht es ans Kompilieren. Der Terminalbefehl dazu lautet schlicht make. Acer hat dieses Programm in Linpus Linux für den Aspire One unterschlagen. Sollten Sie es nicht bereits getan haben, so geben Sie jetzt yum install make ins Terminal ein. Andere Linux-Distributionen haben make normalerweise schon im Auslieferzustand mit an Bord. Stellen Sie sicher, dass Sie sich noch im Ordner programmname befinden und geben Sie dann ins Terminal ein:

make

Dieser Befehl benötigt die Datei Makefile, die entweder durch das Skript configure erzeugt wurde oder bereits im Ordner enthalten war. So kurz der Befehl ist, so lange braucht er -je nach Programmgrösse- zum Ausführen. Die Erzeugung der Installationsdaten wird durch eine Reihe von Meldungen begleitet - kein Grund, nervös zu werden.

Nachdem alle Daten erzeugt wurden, kann die Installation durchgeführt werden. Der Terminal-Befehl dazu lautet:

make install

Die erfolgreiche Installation wird im Terminal gemeldet. Darauf hin können Sie das Programm aufrufen. Es sollte im Desktop- bzw. Anwendungsmenü verzeichnet sein, anderenfalls rufen Sie das Programm Run mit den Tasten Alt und F2 auf und geben den Programmnamen ins Textfeld ein.

Jetzt könnten Sie die Archiv-Datei und das Installationsverzeichnis löschen, um Platz auf der Festplatte bzw. SSD zu schaffen Aber Halt! Wie bei anderen Paketen auch, sollten Sie die Installationsdaten behalten, um das Programm später in allen Bestandteilen löschen zu können. Es gibt einen Terminal-Befehl, der dafür sorgt, dass nur die benötigten Installationsdaten (inkl. Makefile) aufbewahrt und temporäre Daten gelöscht werden:

make clean

Für diesen Befehl müssen Sie sich noch im Ordner programmname befinden. Bewahren Sie diesen Ordner auf; um Platz zu sparen, können Sie die auch auf einem externen Medium tun. Das Archiv (.gz bzw. .bz2) können Sie löschen.

Um das Programm später korrekt zu deinstallieren, kopieren Sie den Ordner programmname wieder auf Ihren internen Massenspeicher, gehen als Root im Terminal in diesen Ordner und geben folgenden Befehl ein:

make uninstall

So, mit diesen Kenntnissen ausgerüstet, dürfen Sie jetzt vor Ihren Windows-Freunden angeben. Und die werden dann tuscheln, wie schrecklich kompliziert Linux doch sei. Aber es war doch gar nicht so schlimm, oder?

Samstag, 2. Mai 2009

Ubuntu besser konfigurieren

[Ubuntu] Nach der Installation der Version 9.04 steht auf dem Aspire One ein vollständiges System zur Verfügung. Dem Nutzer präsentiert sich eine grosse Zahl von Programmen und Einstellungsmöglichkeiten, von denen man unter Linpus Linux nicht einmal zu träumen wagt. Und dennoch: Nachdem Sie sich mit dem System vertraut gemacht haben, sollten Sie als erste Zusatz-Software ein Utility installieren, das genau diese Einstellungsmöglichkeiten noch deutlich vergrössert.

Ubuntu Tweak erlaubt Ihnen, Ihr Ubuntu-System und den Desktop einfach anzupassen. Es bietet im Grunde nichts, was mit etwas System- und Terminal-Kenntnissen nicht auch zu schaffen wäre, aber es bietet alle Einstellungsmöglichkeiten und Erweiterungen in einem übersichtlichen, benutzerfreundlichen Interface.

Unter Anderem bietet Ubuntu Tweak die Möglichkeit zur Installation beliebter Programme, zum Bearbeiten der Programmzuordnungen verschiedener Dateitypen, zum Einrichten und Entfernen der Autostart-Programme und vieles mehr. Auch wenn es nur darum geht, den Mülleimer auf dem Desktop anzuzeigen oder dem Dateimanager die unter Linpus lieb gewonnene Eigenschaft der Erweiterung durch Benutzerskripte beizubringen, Ubuntu Tweak ist die richtige Anlaufstelle.


Um Ubuntu Tweak zu installieren, laden Sie das .deb-Paket von der Download-Seite des Entwicklers herunter und starten die Installation per Doppelklick auf diese Datei. Anschliessend steht im Anwendungs-Menü eine neue Gruppe Systemwerkzeuge zur Verfügung, in der Sie Ubuntu Tweak finden.

Freitag, 1. Mai 2009

Ubuntu 9.04 ist da!

Die neueste Version von Ubuntu hat das Beta-Stadium hinter sich gelassen und ist nun als offizielle Version 9.04 verfügbar. Warum aber ist das eine Meldung wert in einem Blog, der sich speziell um Linpus Linux auf dem Aspire One kümmert?

Wie bereits beschrieben, ist das von Acer angepasste Linpus veraltet und es wird immer schwieriger, aktuelle Software auf diesem System zu installieren. Andererseits wird der Linux-Systemkern ständig auf neue Hardware angepasst. Ubuntu ist nicht nur die beliebteste Linux-Distribution, sondern auch eine der ersten Distributionen, die einen aktuellen Kernel verwenden, der die meisten Netbook-Komponenten abdeckt. Das heisst, Ubuntu 9.04 ist ohne weitere Anpassungen sofort auf einem Aspire One lauffähig. Ausserdem ist es ein sehr benutzerfreundliches Linux. Es kann daher jedem Linpus-Benutzer als Alternative empfohlen werden.

Ubuntu startet schnell, auch wenn es nicht ganz die spektakulären Ladezeiten von Linpus Linux erreicht. Programme arbeiten unter Ubuntu flott auf der mageren Hardwareausstattung eines Netbooks, einige Programme sogar besser als unter Linpus. Der wichtigste Aspekt ist aber, dass für Ubuntu praktisch alle Linux-Programme in einer aktuellen Version vorliegen und problemlos über die Software-Aktualisation installiert werden können.

Für den Aspire One bieten sich drei Varianten von Ubuntu an:
  • Die Desktop-Version ist die bekannteste Variante von Ubuntu und für den Gebrauch auf dem Netbook uneingeschränkt zu empfehlen.
  • Falls Ihnen das Aussehen und die Bedienung von KDE-Programmen (Amarok, Koqueror, digiKam) besonders zusagt, greifen Sie zu Kubuntu, das ist eine Ubuntu-Desktopversion mit KDE-Benutzeroberfläche.
  • Speziell an Netbook-Besitzer richtet sich der Ubuntu Netbook Remix. Der Desktop wird durch einen Launcher ersetzt, der sich an Benutzerbedürfnisse anpassen lässt.
Alle Varianten können von der Ubuntu-Website herunter geladen und als Live-Medium auf einen USB-Stick vorbereitet werden. Mit dem Live-Medium können Sie das System erst begutachten, bevor Sie es auf Ihrem Aspire One installieren.

Zwei kleine Einschränkungen gibt es derzeit (noch) auf dem Aspire One unter Ubuntu. Zum einen funktioniert nur der linke Kartenschacht; um den rechten Kartenschacht ansprechen zu können, muss sich darin bereits beim Systemstart ein Medium befinden. Zum anderen funktioniert Wireless zwar prächtig unter Ubuntu, aber die LED am Aspire One leuchtet nicht. Beides sind Einschränkungen, die für die meisten Benutzer nicht weiter ins Gewicht fallen und für die es vermutlich in Kürze Abhilfe geben wird.

Ab sofort gibt es in diesem Blog eine kleine Ubuntu-Ecke. Artikel, die nur auf Ubuntu zutreffen, werden entsprechend mit dem Ubuntu-Logo (wie am Anfang dieses Artikels) gekennzeichnet. Beiträge, die sich sowohl auf Acer's Linpus Linux als auch auf Ubuntu anwenden lassen, werden am Beginn des Textes mit dem Logo gekennzeichnet, das Sie hier sehen.

Als Standard bezieht sich jedoch auch weiterhin jeder Artikel, sofern nicht markiert, auf Linpus Linux.