Sonntag, 29. März 2009

Netbook-Linux: Pro & Contra

2008 war ein gutes Jahr für Linux. Zu verdanken war dies dem beginnenden Netbook-Boom und dem Umstand, dass fast jedes dritte Netbook mit einem Linux-Betriebssystem verkauft wurde. Doch der Lobgesang auf die Vorteile von Linux scheint nun ebenso verhallt wie der auf die Vorteile einer SSD in den ganz auf Mobilität ausgerichteten Netbooks. Unter den bisher in 2009 vorgestellten neuen Modellen finden sich beinahe ausschliesslich festplattenbasierte Systeme mit vorinstalliertem Windows. Und falls im Einzelfall von einer Linux-Version eines neuen Modells die Rede ist, dann ist es entweder in diesen Breitengraden nicht erhältlich oder es handelt sich nur um eine Vorankündigung auf unbestimmte Zeit. Das hat zur Folge, dass der Marktanteil von Linux als Betriebssystem für Netbooks drastisch zurückgeht.

Mögen Netbook-Käufer die angebotenen Linux-Versionen nicht oder sind es die Hersteller, denen die Pflege eines eigenen Linux-Systems zu aufwändig wird? Die Antwort bleiben Produzenten wie Marktanalysten vorerst noch schuldig.

Jeder Hersteller bastelte eine eigene Linux-Distribution für seine Netbook-Reihe. Die optisch teilweise sehr unterschiedlichen Ansätze hatten gemeinsam, dass sie auf die bescheidenen Hardwarespezifikationen des Netbook hin optimiert wurden und gleichzeitig den Benutzer weitgehend vor den Tiefen des Linux-Systems bewahren sollten.

Asus Eee PC

Acer Aspire One

HP Mini

Solchermassen abgeschottete Distributionen konnten nicht mehr durch Standard-Repositories gepflegt werden, Systemupdates und weitestgehend auch Programmangebote lagen nun einzig beim Hersteller. Und der konnte weder in Geschwindigkeit noch Umfang mit der weltweit aktiven freien Linuxgemeinde mithalten. Internetforen und Blogs entstanden, in denen Informationen ausgetauscht wurden, um diese Abhängigkeit vom Hersteller zu lockern.

Da die Netbook-Hersteller für ihre Linux-Distribution auf freie Komponenten zurück griffen, musste das Betriebssystem kostenlos abgegeben werden. Durch das Entfallen von Lizenzgebühren waren Modelle mit Linux für den Kunden günstiger als Geräte mit Windows. Entwicklungs- und Folgekosten für Linux musste der Hersteller aus der Gewinnmarge der Hardware tragen, während die Lizenzgebühren für Windows auf den Käufer abgewälzt werden konnten und dem Hersteller keine direkten Folgekosten für die Pflege des Betriebssystems entstanden. Man darf annehmen, dass die Gewinnspanne für den Hersteller bei Linux-Systemen letztlich geringer ausfiel als bei Windows-Systemen.

Ein Benutzer kann ein Netbook mit Linux-Betriebssystem sofort einsetzen. Alle wichtigen Internetprogramme sind vorhanden, meist auch noch eine Office-Suite und einige Spiele. Es sollte bei einem Netbook keinen Grund geben, weitere Programme zu installieren oder ins System einzugreifen. Dass diese Herstellerphilosophie bei zumindest einem Teil des Käuferkreises nicht greift, zeigen die zahlreichen Internetforen. Dort sind Anleitungen zu finden, wie man gesperrte Systembestandteile freisetzt oder Programme installiert, die nicht vom Netbook-Hersteller angeboten werden. Mittlerweile gibt es auch spezielle Linux-Distributionen für Netbooks aus der freien Entwicklergemeinde und zahlreiche Tipps dazu, wie man Standard-Distributionen auf die Netbook-Hardware hin optimieren kann. Der Vorteil, eine grosse Standard-Distribution einzusetzen, ist die stetige Systemaktualisierung und ein Softwarepool mit einer geradezu unglaublichen Anzahl von Programmen. Der Nachteil ist, dass nicht jede Software auf einem Netbook läuft und die Anzahl der angebotenen Distributionen unüberschaubar wirkt. Wer eine alternative Linux-Distribution einsetzen möchte, muss sich auch mit Dingen wie der Installation eines angepassten Kernels beschäftigen. Für viele geht das zu weit und sie sehnen sich zurück nach dem Windows von der Stange.

Dennoch, mit dem Netbook-Linux des Herstellers und ein paar kleinen Individualisierungen kann man gut arbeiten, wie hoffentlich dieser Blog beweist. Daher ist es schade, dass der Käufer eines Netbooks zur Zeit keine Wahl mehr hat.

Samstag, 28. März 2009

Sackgasse SSD-Upgrade?

Die Storage Expansion des Aspire One ist schon eine feine Sache: einfach eine handelsübliche SD-Karte einstecken und den Speicherplatz der internen SSD zuschlagen. Dennoch füllt sich die interne SSD weiter. Sei es, weil einige Programme mit der Storage Expansion nicht zurechtkommen und ihre Daten stur im internen Massenspeicher ablegen; sei es, weil extrem viele Programme installiert oder sogar Dual-Boot-Lösungen eingerichtet wurden.

Poweruser werden daher einmal den Punkt erreichen, an dem die interne SSD gegen ein grösseres Modell ausgetauscht werden soll. Dann wird deutlich, dass es sich bei der im Aspire One A110L verbauten Lösung um eine Sackgasse handelt.

Zur Erklärung eine kurze Exkursion in die Welt der Festplattenanschlüsse (genauere Hintergrundinformationen erhalten Sie z.B. in der Wikipedia). Über viele Jahre hinweg wurden Festplatten über eine parallele Schnittstelle im Computer eingebunden, welche IDE oder auch ATA bezeichnet wurde. Mit steigenden Übertragungsgeschwindigkeiten wurde diese Technik fehleranfällig, so dass eine andere Technologie mit serieller Übertragung entwickelt wurde. Was sich zunächst wie ein Rückschritt anhört (Daten werden nicht mehr in mehreren Leitungen nebeneinander verschickt, sondern in nur einer Leitung hintereinander), ermöglichte letztlich deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Langfristig wurden diese S-ATA bezeichneten Laufwerke zum Standard; Laufwerke nach dem alten Standard (zur besseren Unterscheidung jetzt P-ATA genannt) wurden kaum noch weiter entwickelt. Heute sind serielle Laufwerke schneller, mit grösseren Kapazitäten und zu geringeren Preisen zu finden als die noch angebotenen Laufwerke nach altem Standard.

Dies trifft vorrangig auf Festplatten in den Baugrössen 3.5" (Desktop) und 2.5" (Laptop) zu, die wesentlich kompakteren 1.8"-Laufwerke und eben SSD-Speicher waren noch länger standardmässig mit P-ATA ausgestattet. So ist im Aspire One die SSD an einem P-ATA-Anschluss angebunden. Mittlerweile hat aber auch hier S-ATA das Rennen gemacht und parallele SSDs sind, sofern sie überhaupt noch zu finden sind, meist teurer und vor allem langsamer als ihre seriellen Pendants. Spezielle Upgrade-SSDs, die von Anschluss und Grösse her auf den Aspire One hin optimiert waren, sind zwischenzeitlich vom Markt verschwunden.

Interessant ist, dass auf der Hauptplatine des Aspire One sowohl P-ATA als auch S-ATA zu finden ist. Entsprechende Stecker sind aber nur für die benötigte Schnittstelle aufgelötet. Im A110 mit SSD bleibt daher der S-ATA-Anschluss leer, während auf dem A150 mit 2.5"-Festplatte der P-ATA-Anschluss verwaist. Eine Möglichkeit wäre daher, den entsprechenden Stecker für S-ATA auf die Hauptplatine des A110 aufzulöten und daran eine neue SSD anzuschliessen. Mit dem Lötkolben auf das Motherboard loszugehen, dürfte aber nur für technisch sehr versierte Anwender überhaupt in Frage kommen. Eine 2.5"-Festplatte im A110 unterzubringen, funktioniert übrigens nicht. Zwar ist der Platz in der Grundfläche des A110 vorhanden, nicht aber in der Bauhöhe des Geräts. Diese Festplatten sind dicker als die SSD, weshalb das Gehäuse des A150 auch ein wenig höher ist als das des A110.

Als Ausweg bleibt die 1.8"-Festplatte. Diese gibt es mit einer Bauhöhe von nur 5mm und mit dem passenden P-ATA-Anschluss (ZIF), welcher im Aspire One Verwendung findet. Diese kleinen Festplatten wurden erstmalig mit dem iPod von Apple einem grösseren Benutzerkreis bekannt und werden auch heute noch im Bereich portabler Musicplayer eingesetzt. Die grösste Festplatte, die bisher in einem iPod eingebaut war, hatte eine Kapazität 160 GB, war aber auch etwas dicker als die anderen Modelle. Von den heute sechs angebotenen iPods verfügt gerade noch ein Modell über eine Festplatte, diese mit 120 GB (iPod Classic). Alle anderen verfügen über Flash-Speicher in Kapazitäten, die noch vor kurzem ausschliesslich festplattenbasierten Playern vorbehalten waren. Vermutlich werden auch die 1.8"-Festplatten mit P-ATA in absehbarer Zeit vom Aussterben bedroht sein.

Soweit ist es aber noch nicht und daher kann eine solche Festplatte auch noch den Weg in einen Aspire One finden. Eine 1.8"-Festplatte ist genau doppelt so gross wie die im A110 verbaute SSD, daher muss sie zur Hälfte über die Hauptplatine eingebaut werden. Aber das geht, wie ein informatives Tutorial mit Video (englisch) Schritt für Schritt zeigt. Wichtig ist die geringe Bauhöhe. Verwendet wurde eine Samsung SpinPoint N1 mit 60 GB Kapazität. Diese ist hierzulande ab ca. 50€ zu finden. Das ist die Hälfte des Preises der oben erwähnten Upgrade-SSD für den Aspire One mit 30 GB Kapazität.

Natürlich ist so ein Umbau nicht jedermanns Sache, der Aspire One könnte dabei unbrauchbar gemacht werden und ein Garantieverlust ist auf jeden Fall die unmittelbare Folge des Eingriffs. Als Belohnung wartet neben der grösseren Kapazität des internen Massenspeichers auch eine wesentlich gesteigerte Schreib- und Lesegeschwindigkeit auf den erfolgreichen Bastler.

Allerdings sollte man den Vorteil einer schnelleren HD oder SSD nicht überbewerten. Es lässt sich zwar beim Aufstarten und Arbeiten ein unter Umständen spürbarer Performancegewinn verzeichnen, aber letztlich hängt die Arbeitsgeschwindigkeit eines jeden Computer von der CPU ab - und die bleibt die selbe.

Donnerstag, 26. März 2009

Programm als Root starten

Manche Terminal-Eingaben sind so simpel, dass man schlicht vergisst, dass es sie gibt. Diese hier ist so eine davon.

Um eine Datei zu verschieben oder zu kopieren, die Root-Rechte benötigt, startet man normalerweise das Terminal, meldet sich als Root an und verzweigt in den entsprechenden Ordner, um dort die benötigten Befehle einzutragen. Viele Benutzer bevorzugen die grafische Umgebung, also den Dateimanager.

Diesen kann man recht einfach mit Root-Rechten öffnen. Geben Sie dazu Folgendes im Terminal ein:

sudo thunar

Darauf hin sehen Sie im Fenster des Dateimanagers einen rot unterlegten Warnhinweis, den Sie beherzigen sollten.


Auch ein neues Fenster des Dateimanagers wird mit Root-Rechten geöffnet, so dass Sie Dateien verschieben und kopieren können, die Ihnen als normaler User nicht zur Verfügung stehen.

Im Prinzip können Sie jedes Programm auf diese Weise als Root öffnen. Ein Beispiel, das hier im Blog häufig verwendet wird, ist das Bearbeiten einer Konfigurationsdatei, indem Sie den Texteditor als Root öffnen (sudo mousepad ...).

Mittwoch, 25. März 2009

Storage Expansion ausschalten

Der linke Kartenschacht des Aspire One ist unter Linpus Linux für die Funktion Storage Expansion reserviert. Diese Funktion kann unterdrückt werden. Danach wird der Speicherplatz der dort eingelegten Karte nicht mehr dem internen Massenspeicher zugeschlagen und kann individuell mit Daten bestückt werden. Das ist im Prinzip nichts anderes, als die Funktion Erweitertmodus des Dateimanagers, nur dauerhaft.

Um die benötigte Einstellungsdatei zu ändern, geben Sie im Terminal folgende Befehlszeile ein:

sudo mousepad /etc/macles.cfg

Suchen Sie in der Einstellungsdatei die Zeile, die mit dem Text EXPUDI= beginnt (Zeile 3). Setzen Sie vor diese Zeile das Zeichen # (AltGr 3). Damit wird die komplette Zeile zum Kommentar, d.h. ihr Inhalt wird nicht ausgeführt. Sie können darüber eine weitere Zeile schreiben, die mit diesem Zeichen beginnt, und darin notieren, welche Änderung Sie zu welchem Zweck an der Originaldatei durchgeführt haben. So wird es später einfacher, die Änderung rückgängig zu machen.

Sichern Sie die Datei und starten Sie das System neu. Sie werden bemerken, dass die Meldung über eine verbesserte Erweiterungskarte ausbleibt. Andererseits öffnet sich auch nicht der Dateimanager wie beim Einlegen einer Karte in den rechten Schacht. Sie können die Karte also dauerhaft im Schacht belassen, ohne mit entsprechenden Systemmeldungen belästigt zu werden.

Im Dateimanager wird das Medium als SD/MMC-Laufwerk angezeigt. Melden Sie die Karte dort ab, bevor Sie sie aus dem Schacht entfernen.

Die Menüpunkte Standardmodus und Erweitertmodus des Dateimanagers funktionieren in einem auf diese Weise verändertem System übrigens nicht mehr.

Dienstag, 24. März 2009

Skripte und Storage Expansion

Bei aktivierter Storage Expansion des Aspire One kann es zu einem unerwünschten Verhalten ausführbarer Dateien kommen. Das sind Dateien oder auch Skripte, die über die Dateieinstellungen ausführbar gemacht wurden, sich also wie Programme verhalten.

Werden diese Dateien auf die in der Storage Expansion eingelegten Karte kopiert, verlieren sie das Merkmal, als Programm ausgeführt werden zu können. Auch wenn die Ausführbarkeit manuell wieder hergestellt wird, überdauert das den nächsten Systemstart nicht. Letztlich dient es der Sicherheit des Systems, keine Programme von externen Medien zu akzeptieren.

Stellen Sie also sicher, dass sich diese Dateien auf der internen SSD des Aspire One befinden. Dazu öffnen Sie den Dateimanager im Erweitertmodus und verschieben die betroffenen Dateien an die passende Stelle im Bereich Eigene Disk.