Mittwoch, 13. Mai 2009

Midori Web-Browser

Wer bei dem Begriff Midori an Japan denkt, liegt nicht falsch. Es ist ein japanischer Frauenname, der auch als Marke für einen Melonenlikör verwendet wird. Der Web-Browser Midori stammt allerdings von (Japan-affinen) deutschen Entwicklern und basiert auf dem melonenfreien Web-Kit. Es ist somit der gleiche Unterbau, den auch Apple's Safari verwendet.

Midori ist ein schlanker, schneller Webbrowser und bietet sich daher als Alternative für alle an, denen Firefox mittlerweile zu überfrachtet ist. Wichtig für Netbookbesitzer: auch Midori beherrscht die leistenfreie Vollbilddarstellung mittels der Taste F11. Allerdings ist Midori eine Software im Entwicklungsstadium und noch nicht bei der Version 1.0 angelangt. Unvermittelte Abstürze des Programms sind durchaus möglich.

Auf den Aspire One gelangt Midori sowohl unter Linpus Linux als auch Ubuntu über die gängigen Repositories. Für eine Installation über das Terminal geben Sie einfach folgenden Befehl ein:

sudo yum install midori

Ubuntu-Nutzer ersetzen das yum durch apt-get. Anschliessend steht Midori im Anwendungsmenü Internet zur Verfügung bzw. unter Linpus im Desktop-Menü Netzwerk. Da vor allem unter Linpus für Midori neue Bibliotheken (GTK User-Interface) installiert werden müssen, empfiehlt sich ein Neustart vor der Nutzung des Programms.

Dienstag, 12. Mai 2009

Kartenslots reaktivieren

[Ubuntu] Seit der Veröffentlichung der Version 9.04 warten Besitzer des Aspire One verzweifelt auf eine Unterstützung der beiden Kartenlaufwerke. Normalerweise funktioniert der linke Kartenschacht wie erwartet, während der rechte Kartenschacht nur dann vom System erkannt wird, wenn schon beim Aufstarten ein Medium darin steckt.

Nach den ersten Aktualisierungen wurde die Situation sogar noch verschlimmert, nun funktionierte auch der linke Kartenschacht nicht mehr wie er sollte. Bis das vom Ubuntu-Team endgültig geregelt ist, kann man sich mit folgendem Notbehelf über Wasser halten.

Öffnen Sie das Terminal, eignen Sie sich Root-Rechte an und verzweigen Sie in das Verzeichnis /boot/grub. Erstellen Sie eine Sicherheitskopie der Datei menu.lst, bevor Sie das Original mit gedit öffnen.

Suchen Sie in der Datei die Zeile (85), die mit #defoptions beginnt. Setzen Sie an das Ende der Zeile ein Leerzeichen und danach folgenden Text ein:

pciehp.pciehp_force=1

Sichern Sie die Datei und führen Sie einen Neustart durch. Danach sollte der linke Kartenschacht wieder funktionieren.

Auf Systemen, die mit dem linken Kartenschacht keine Probleme haben, sollte dieser Eintrag sogar dafür sorgen, dass zusätzlich der rechte Kartenschacht standardmässig funktioniert. Dies konnte allerdings auf dem System des Anhalters nicht überprüft werden. Hinterlassen Sie doch in den Kommentaren Ihre Erfahrungen dazu.

Montag, 11. Mai 2009

Wireless-LED aktivieren

[Ubuntu] Nach der Installation der Version 9.04 bleibt die Wireless-LED des Aspire One dunkel. Diese zeigt unter Linpus Linux an, ob WLAN eingeschaltet ist oder nicht.

Diese LED lässt sich auch unter Ubuntu nutzen. Dazu muss lediglich ein Modul nachinstalliert werden. Öffnen Sie ein Terminal-Fenster und geben Sie Folgendes ein:

sudo apt-get install linux-backports-modules-jaunty

Die Wireless-LED wird dadurch zur Aktivitätsanzeige. Das heisst, sie blinkt bei Datenverkehr und ist nicht, wie unter Linpus, dauerhaft eingeschalten.

Unter der LED befindet sich der Schieberegler des Aspire One, mit dem die Wirelesskarte ein- und ausgeschaltet werden kann. Dies funktioniert auch unter Ubuntu, allerdings bekommt das System davon nichts mit. Nach dem Ausschalten der Karte sucht das System verzweifelt nach einer Wireless-Verbindung. Schalten Sie also die drahtlose Netzwerkverbindung lieber gleich über das dazu vorgesehene Menü im Panel ab, um Strom zu sparen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Netzwerksymbol in der Leiste.

Sonntag, 10. Mai 2009

Verknüpfungen erstellen

Link, Alias, Verknüpfung - unterschiedliche Namen für die gleiche Sache. Es geht darum, von einer Datei, einem Ordner oder auch einem Programm ein Abbild zu erstellen, welches von einem anderen Ort im Dateisystem aus angesprochen werden kann. Unter Linpus Linux auf dem Aspire One wird in der deutschen Version der Begriff Verknüpfung verwendet, wie auch in den meisten anderen deutschsprachigen Linux-Distributionen. Eine Verknüpfung ist nicht zu verwechseln mit einer Dateikopie; eine Verknüpfung ist immer vom Original abhängig. Wird das Original gelöscht, nützt die Verknüpfung auch nichts mehr.

Besonders interessant werden Verknüpfungen bei den im vorherigen Beitrag besprochenen automatisch gemounteten Partitionen. Diese sind im Dateimanager nicht von selbst sichtbar. Nehmen wir an, Sie haben auf der Datenpartition einen Ordner Dokumente, auf den Sie auch unter Linpus zugreifen möchten. Während unter Ubuntu ein Rechtsklick auf ein Icon eine Option Verknüpfung erstellen präsentiert, ist diese Funktion unter Linpus Linux ein wenig versteckt.

Öffnen Sie den Dateimanager und geben Sie in der Adresszeile den Mountpoint der gewünschten Partition ein, z.B. /media/data. Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste auf den Ordner, von dem Sie eine Verknüpfung erstellen möchten und wählen Sie das Untermenü Senden an und dort den Eintrag Arbeitsoberfläche.

Damit wird eine Verknüpfung auf dem Desktop erstellt. Das nützt unter Linpus allerdings wenig, da dort nicht der Desktop, sondern der Launcher zu sehen ist.

Jetzt navigieren Sie im Dateimanager zurück zu Ihrem Benutzerordner. Am Einfachsten geht das mit einem Klick auf den blauen Balken des Eintrags Eigene Disk. Öffnen
Sie dort den Ordner Desktop, Sie werden darin die soeben erstellte Verknüpfung finden. Auf dem Ordner-Icon befindet sich ein Emblem, das symbolisiert, dass es sich hierbei um eine Verknüpfung handelt.

Ziehen Sie diesen Ordner auf den Eintrag Dokumente in der Seitenleiste. Sie werden bemerken, dass damit die Verknüpfung nicht verschoben, sondern dupliziert wird. Sie können die erste Verknüpfung im Ordner Desktop löschen und die duplizierte Verknüpfung im Ordner Dokumente umbenennen, z.B. in Gemeinsame Dokumente. Der Name des Originals wird dadurch nicht beeinflusst. Wenn Sie die Verknüpfung mit einem Doppelklick öffnen, sehen Sie den Inhalt des Originals auf der Partition data. Die Anzeige des freien Speicherplatzes in der Statuszeile des Dateimanagers wird entsprechend angepasst.

Wiederholen Sie diesen Vorgang für jeden Ordner der anderen Partition, den Sie in Ihren Benutzerordner einbinden möchten. Natürlich können Sie so auch den kompletten Mountpoint data in Ihrem Benutzerordner ablegen.

Das Ablegen eines Ordners in der Seitenleiste mit der Option Lesezeichen ist übrigens nur temporär bis zum nächsten Systemstart.

Samstag, 9. Mai 2009

Partitionen dauerhaft einbinden

Jedes Linux-System verfügt über eine Tabelle der Dateisysteme, die bei Starten des Systems eingelesen werden. Diese befindet sich in einer editierbaren Textdatei namens fstab im Verzeichnis /etc. Unter Linpus Linux auf dem Aspire One sieht diese Datei z.B. so aus:


Der interne Massenspeicher des Aspire One trägt die Gerätebezeichnung sda, die Partitionen, in die die Festplatte oder SSD unterteilt ist, werden fortlaufend mit sda1, sda2 usw. nummeriert. In dem oben abgebildeten Beispiel handelt es sich um die fstab eines AA1 mit Festplatte; die Recovery-Partition, die ab Werk auf der Partiton sda1 angelegt wurde, wird nicht in die fstab eingebunden und steht daher beim Systemstart nicht zur Verfügung. Auf einem Aspire One mit SSD gibt es diese Partition nicht, so dass dort in der ersten Zeile der fstab sda1 stehen wird und die Auslagerungspartition (swap) die Gerätenummer sda2 trägt. Die Einträge, die mit none beginnen, benötigt das System für andere Aufgaben und sollten so belassen werden.

Nehmen wir an, Sie haben einen Aspire One mit Festplatte für ein Dual-Boot-System konfiguriert. Das zweite System liegt auf einer Partition mit der Nummer sda4, ausserdem haben Sie eine weitere Partition sda5 erzeugt, auf der Daten abgelegt werden, die für beide Systeme zur Verfügung stehen. Diese Partition haben Sie in Gparted mit der Bezeichnung data versehen. Sie möchten nun diese Partition bei jedem Systemstart von Linpus Linux automatisch mounten und haben dazu bereits im Verzeichnis /media/ einen Zielordner (Mountpoint) data erzeugt.

Bevor Sie einen neuen Eintrag in fstab erzeugen, sollten Sie verstehen, was die jeweiligen Spalten der Tabelle bedeuten.

Die Bedeutung der ersten Spalte ist relativ klar: hier steht die Gerätebezeichnung der einzubindenden Partition. Dabei haben Sie drei Möglichkeiten, jede hat seine Vor- und Nachteile:

1. Die Gerätenummer nach dem Muster /dev/sda1. Falls Sie eine Partition löschen, werden die nachfolgenden Gerätenummern entsprechend angepasst. Die Gerätenummer kann sich also ändern.

2. Die Gerätebezeichnung. Diese können Sie in Gparted in der Spalte Label eintragen. In der fstab wäre bei einer Bezeichnung data der Eintrag in der ersten Spalte also LABEL=data. Eine Bezeichnung können Sie jederzeit ändern, achten Sie dann darauf, die fstab entsprechend anzupassen.

3. Die UUID. Diese können Sie nach dem Muster UUID=.... in die erste Spalte der fstab eintragen. Es ist unter Linpus Linux nicht einfach, diese Nummer in Erfahrung zu bringen, unter Ubuntu jedoch können Sie im Partitionseditor die Informationen zu einer Partition aufrufen, unter denen dann auch die UUID zu finden ist. Eine UUID bleibt gleich, wenn die Partitionsnummer oder das Label geändert wird.

In der zweiten Spalte findet sich das Zielverzeichnis der Partition. Nur die Partition, von der aus das System gestartet wird, kann auf das Wurzelverzeichnis / abgebildet werden. Alle weiteren Partitionen benötigen einen vorbereiteten Mountpoint. In unserem Beispiel wäre das /media/data.

Die dritte Spalte bezeichnet das Format der einzubindenden Partition. Linux-Systeme werden zumeist auf Partitionen installiert, die mit ext2 oder ext3 formatiert wurden. Falls Sie sich nicht sicher sind, geben Sie einfach auto ein. Das System bringt dann selbst in Erfahrung, um welches Format es sich handelt.

In der vierten Spalte kann es richtig kompliziert werden, denn hier werden die Optionen für den Zugriff auf die Partition und weiteres Verhalten festgelegt. Hier eine Auswahl der wichtigsten Schlüsselwörter und ihrer Bedeutung:
  • auto - die Partition wird automatisch beim Systemstart angemeldet. Negierung: noauto.
  • user - die Partition kann von jedem Benutzer gemountet werden. Negierung: nouser - die Partition kann nur vom Root gemountet werden.
  • exec - Programme können von dieser Partition ausgeführt werden. Negierung: noexec.
  • rw - read/write: auf diese Partion kann geschrieben werden. Negierung: ro - read only: von dieser Partition kann nur gelesen werden.
  • async - Daten können verzögert auf die Partition geschrieben werden. Negierung: sync - Daten werden sofort geschrieben.
Mit dem Eintrag defaults wird ein Standard-Befehlssatz eingetragen, der folgende Optionen beinhaltet: rw, suid, dev, exec, auto, nouser, async. Eine so gemountete Partition wird den meisten Aufgaben gerecht. An defaults können Sie weitere Befehle anhängen, nicht aber solche, welche die in defaults enthaltenen Optionen negieren.

Die fünfte Spalte Dump enthält einen Zahlenwert, der bestimmt, ob diese Partition für eine Datensicherung herangezogen wird (1) oder nicht (0). Eine 1 besagt aber noch nicht, dass die Datensicherung tatsächlich eingerichtet ist.

Die sechste und letzte Spalte beschreibt, ob die Partition für die automatische Oberflächenprüfung herangezogen wird (1) oder nicht (0). Dies ist unter Ubuntu interessant, dieses System unterzieht die Partition beim Systemstart in regelmässigen Abständen einer Prüfung (fsck). Die Zahlen sollten hierarchisch eingegeben werden; die erste zu prüfende Partition erhält eine 1, die zweite eine 2 usw.

Mit diesem Wissen ausgestattet, können Sie nun die oben beschriebene Datenpartition in die fstab von Linpus bzw. Ubuntu eintragen. Zum Beispiel so:

LABEL=data /media/data ext3 defaults,noatime 1 2

Während eine so eingebundene Partition unter Ubuntu sofort auf dem Desktop angezeigt wird, bleibt Sie unter Linpus noch versteckt, weil dort statt eines Desktops der Launcher zu sehen ist. Aber auch im Dateimanager von Linpus taucht die Partition nicht auf und muss manuell in der Adresszeile angesprochen werden. Lediglich das manuelle Mounten entfällt jetzt. Dies aber ist eine wichtige Voraussetzung für die Einbindung der Partition in die Benutzerordner über Verknüpfungen. Mehr dazu im nächsten Beitrag.